Gut Stolzenhagen

Seit 1999 sind wir dabei, das alte Gut in Stolzenhagen mit seinen ein Dutzend Gebäuden wieder aufzubauen und zu besiedeln. Das Altersspektrum liegt zwischen 30 und 50. Wir sind eine ziemlich bunte Truppe ohne politischen oder spirituellen Überbau, ohne jeglichen ideologischen Rahmen, sondern ein sehr pluralistisches leben und leben-lassen, in dem sich jeder sein Biotop einrichten und dabei aber auf die Unterstützung der Anderen zurückgreifen kann (in dem Maß, wie die Chemie stimmt).

Wir haben unsere Gemeinschaftsstrukturen relativ stark dezentralisiert und Nachbarschaften als Untereinheiten des Gesamtprojektes eingeführt. Wir denken, dadurch ein realistisches Mittelmaß zwischen einem gemeinschaftlichen Miteinander und einem individualisierten Nebeneinander gefunden zu haben; die gute Entwicklung des Projekts und nicht zuletzt die entspannte Stimmung untereinander bestätigen das. Diese Struktur bedeutet aber auch: Wir sind keine Lebensgemeinschaft! Wir arbeiten nicht gemeinschaftlich und wir essen nicht gemeinschaftlich. Es ähnelt mehr dem Leben in einem Dorf, abgesehen von den Besitzverhältnissen und der basisdemokratischen Form der Entscheidungsfindung. Vergemeinschaftung entsteht hier aus Sympathie und Eigeninitiative und umfasst - abgesehen von der Mitgliederversammlung - nie die gesamte Gruppe. Das schließt aber das Entstehen von gemeinschaftlichen Aktionen natürlich nicht aus.

Im April 2002 haben wir die Genossenschaft Gut Stolzenhagen e.G. gegründet. Die Genossenschaft strebt an, alle Häuser in sogenannte Nachbarschaften umzuwandeln. Das bedeutet, dass der Wohnraum von den Mitgliedern nicht mehr gemietet, sondern langfristig gepachtet wird. Die Instandhaltung der Häuser ist damit nicht mehr in der Verantwortung der Genossenschaft und die Bewohner können alle das Haus betreffenden Angelegenheiten eigenverantwortlich entscheiden, ohne den Rest der Gemeinschaft fragen zu müssen. Bisland sind 6 Nachbarschaften entstanden.

Adresse

Gut Stolzenhagen
Gutshof 3
16248 Stolzenhagen
Deutschland